Interaktive Geschichten erzählen

Durch Nele Hirsch vom ebildungslabor.de bin ich auf die einfache App „Twine“ gestossen. Damit können interaktive Geschichten erstellt werden. Lernenden im 2. Lehrjahr habe ich beim Thema „Meine private Zukunft“ vorgeschlagen, doch mal ihren gewünschten und idealen privaten Lebensweg für die nächsten 20 Jahre zu skizzieren. Sie haben das mit Twine ausprobiert und dank der einfachen Verlinkung zwischen den einzelnen Absätzen (bei ihnen waren dies die Stationen in ihrem Leben), entstanden aussagekräftige und originelle Lebensentwürfe. Nach dem Erstellen des ersten „romantischen“ Lebensweges, sagte ich den jungen Frauen, sie sollen nun noch einen Plan B (wenn das Leben nicht so ideal verläuft…) einbauen und dabei auch Arbeitsstellen, Pensum, Karriere, Kündigungen, Kinderbetreuung, neue Beziehungen etc. einbeziehen. Der Vergleich der möglichen Lebenswege war ein sehr intensiver Moment in der Klasse und führte zu engagierten Diskussionen.

Twine lässt sich in vielfältigen Situationen einsetzen:
– beim Schreiben von kreativen Texten
– gemeinsam kollaborative Texte erstellen
– bestehende Texte erweitern…

Nele Hirsch erklärt, wie Twine-Geschichten erstellt werden können

Zur Website, um Twine-Geschichten herzustellen:

Minitutorial von Nele Hirsch


Beitragsbild: pixabay

4 Kommentare zu „Interaktive Geschichten erzählen

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  1. Was hat es mit diesem „romantischen Lebensweg“ auf sich? Ist der bei jungen Frauen Standard oder war das jetzt einfach in dieser Klasse so? Gibt es ein Pendant bei den jungen Männern? Hast du zu diesem Thema mehr Informationen? Ich bin grad etwas sprachlos. Erstens, weil es das Phänomen gibt. Und zweitens, weil ich das überhaupt nicht auf dem Radar habe.

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    1. Der „romantische“ Plan der jungen Frauen in meinen Klassen sieht oft so aus: Mann und zwei Kinder, mit einem Haus mit Hund im Grünen, Mann arbeitet 100%, sie selber Teilzeit (30%).
      Ich konfrontiere sie jeweils mit der Realität (50% Scheidungsquote, alleinerziehende Mütter, Löhne, die nicht reichen…) und rasch kommen sie dann zu realistischeren Einschätzungen ihres Plans und überlegen sich Optionen dazu. Dieser Prozess und die Diskussion darüber ist jeweils sehr intensiv und erhellend (für mich und die Lernenden).

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  2. Der romantische Plan könnte meiner sein. Etwas anders nuanciert. Ich finde, jeder junge Mensch sollte zuerst so einen Plan visionieren. Volle Kanne. Und sich der ganzen Energie bewusst werden, die da drin steckt. Power! Es geht ja nicht darum, Träume zu „desillusionieren“ – auch wenn Schule ja vor allem ab der Pubertät dazu antritt und es „Realitätsbezug“ nennt: Jetzt kommt aber mal auf die Welt, Kids! Die Kunst besteht IMHO darin, den eigenen Traum mehr und mehr zu dechiffrieren, und die eigenen, tiefen Lebensbedürfnisse dahinter zu erkennen, und dann (diskursive) Wege zu entwickeln. Das mag ich so an deinem Ansatz, Gallus 🙂

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    1. Danke fürs Einordnen, Christoph. Und das Schöne in dieser Sequenz war, dass die Lernenden meine „realistischen“ Einwürfe problemlos akzeptierten („Herr Zahno, jetzt stören Sie meine schönen Träume“). Wahrscheinlich weil ich in diesem Moment nicht als Lehrer auftrat, sondern einfach als halt schon älterer Mensch, der aus seiner Warte Bemerkungen macht. Unterricht fand da keiner statt, jedoch ganz viel Lernen.

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